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Westdeutsche Zeitung

WZ / Westdeutsche Zeitung vom Montag, 19.09.2005

Wo Normalos die Suppenkasperinnen treffen
"Tag der Selbsthilfe" zeigt das breite Spektrum der verschiedenen Gruppen /Kontakte im Internet können kein Ersatz sein.
Von Christoph Gammler

Geteiltes Leid ist halbes Leid: Ob Anonyme Alkoholiker oder Deutsche Rheuma-Liga, Selbsthilfegruppen leisten einen wertvollen Beitrag, Kranken im Umgang mit ihrem Handicap zu helfen. Am Samstag präsentierten sich 48 Selbsthilfegruppen auf dem Rathausplatz. Rund um Jan Wellem hatten die Gruppen Stände aufgebaut, dazu eine Bühne auf der ein kleines Rahmenprogramm stattfand. "Es geht darum, die Selbsthilfe bekannter zu machen", erklärt Marita Schormann, Leiterin des Selbsthilfe-Service Büros des Gesundheitsamtes. Sie und ihre Kollegen helfen bei der Suche nach der passenden Gruppe oder unterstützen sogar bei der Neugründung.

Vertreten auf dem Markt der Möglichkeiten: unter anderem die Psychose-Gruppe, die "Normalos". Die Gruppe trifft sich zweimal im Monat im Gemeindezentrum der Versöhnungskirche in Flingern. Hier können die Teilnehmer in vertraulicher Atmosphäre über ihre Sorgen und Nöte sprechen. "Es ist beruhigend zu erfahren, dass andere dasselbe Handicap haben. Und man kann sehen, wie andere damit umgehen", erklärt Andreas Kernchen. Er selbst leidet unter Psychosen, kann aber dank Selbsthilfegruppe und medikamentöser Behandlung ein "Normalo-Leben" führen.

Ein normales Leben zu führen, dass hat auch Marianne Fink geschafft. "Man kann Magersucht zwar nicht heilen, aber zum Stillstand bringen", sagt Fink, die die Suppenkasperinnen ins Leben gerufen hat. Vor allem viele junge Frauen leiden an Magersucht oder Bulimie. Jeden Freitag trifft man sich im Cafe Drrüsch der Diakonie in Flingern. Wichtig für die essgestörten Teilnehmer ist, dass sie hier weder etwas zu Essen noch zu Trinken bestellen müssen. Fink sieht die Gruppe als Treff zum Kennenlernen. "Selbsthilfe, der Begriff macht Angst. Das klingt nach eingeschworenem Zirkel, der Neulingen nicht zugänglich ist." Trotz offener Atmosphäre ist der Kreis der Suppenkasperinnen bisher relativ klein. Fink vermutet, dass das Internet mehr und mehr als virtuelle Selbsthilfegruppe genutzt werde. In Web-Foren können die Erkrankten absolut anonym über ihre Probleme sprechen - ohne Angst gesehen zu werden. Dennoch, kein Internet-Forum kann die menschliche Betreuung einer Selbsthilfegruppe ersetzen. Fink: "Wenn ich merke, dass es jemandem sehr schlecht geht, dann nehme ich ihn an die Hand und gehe mit ihm zum Arzt."

Infos beim Selbsthilfe-Service-Büro, Telefon 89-92244

 

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